Birte Sieling

Schauspielerin & Musicaldarstellerin

Birte Sieling

Schauspielerin & Musicaldarstellerin

Birte Sieling

Schauspielerin & Musicaldarstellerin

Birte Sieling

Schauspielerin & Musicaldarstellerin

Frankfurter Rundschau // 09.11.2009 // Stefan Michalzik
"Diener zweier Herren"
(...) Einmal quer durch die menschlichen Abgründe: Es ist das alte Prinzip der klassischen Komödie, das die Dramatische Bühne in Anknüpfung an den Stil der fahrenden Truppen vergangener Jahrhunderte wiederbelebt. Es geht um das heikle Verhältnis zwischen den Männern und den Frauen. Männer sind, dem Klischeebild nach, rechte Taugenichtse und Frauen Zicken übelsten Zuschnitts. Aber lieben, so die Moral zum versöhnlichen Ende, sollten sie sich doch. Es ist schließlich nichts besseres da. (...) Die Perücken schimmern in grellem Blau oder Grün, man spielt in frei historisierenden Kostümen; zinkenhafte Nasen sind anstelle der Masken der Commedia dell´Arte getreten. Ein gehöriges Tempo, originelle Reime und viel Spielwitz sorgen für eine spritzige Unterhaltsamkeit. (...)


Frankfurter Allgemeine Zeitung // 17.11.2009 // Jürgen Richter  
"Diener zweier Herren"
(...) Unter der Regie von Thorsten Morawietz entwickeln die Akteure in der Exzess-Halle Frankfurt lustvollen Aktionismus inmitten eines Hin und Hers von Koffern, Büffets und Stühlen, überdrehen jeden Disput bis zur Urschreitetherapie und fügen sich in die Masken und Kostüme, mit denen Prisca Ludwig aus der barocken Putzwut die Karikaturen hervortreibt. Und wenn sich doch noch die Beziehungen klären, die Paare finden und das Zähnefletschen sich zum Lachen entspannt, wird der Glaube an Glück und Güte mit einem misanthropischen Postskriptum relativiert.
 

Main Echo // 17.11.2009 // Bettina Boyens
"Diener zweier Herren"
Bombastisch geschminkt, hakennasig verfremdet und so wenig kopflastig wie möglich (...) Kunstvoll liegen beim papageienhaft ausstaffierten Ensemble am Premierenabend die Nerven blank. Es wird dreist geschrien und gerannt, gereimt und gestottert, mit den grellbunten Perücken gewippt und saftig intrigiert. Den lustvollen Zickenkrieg zwischen Beatrice
(Birte Sieling) und Tiodina (Sarah Kortmann) zu verfolgen ist ebenso erheiternd wie den wortreichen Schimpfkaskaden der Nebenbuhler Vega und Goldoni zuzuhören. Die lächerlichen Pinocchio-Nasen aller Beteiligten, mal hakig, mal schnüffelnd, mal spitz zulaufend, entlarven köstlich deren garstige Abgründe. (...) Das Wunschpublikum der Dramatischen Bühne applaudiert lautstark und in höchstem Maße amüsiert in der links-autonomen Exzess-Halle. Auf billigen weißen Plastikstühlen sitzen Studenten neben Bankern, unterhalten sich Teenager mit elegant gekleideten Damen mittleren Alters. Und alle essen, trinken, lachen und kommentieren die temperamentvolle Theatershow. So eine Stimmung mag es auch bisweilen im Theater Shakespeare's gegeben haben, in dem Bauern neben Handwerkern vor der Bühne standen, während Bürgerliche und Adlige vom Balkone aus auf das einfache Volk herunterblickten. (...)


Offenbach Post // 10.11.2009 // Franziska Ehrhardt
"Diener zweier Herren"
(...) „Diener zweier Herren“ ist eine moderne Umdeutung von Morawietz nach der Vorlage des italienischen Dramatikers Carlo Goldoni. Die junge Beatrice verkleidet sich als Mann, um sich vor der Eheschließung ihrem Verlobten Florindo unerkannt zu nähern und herauszufinden, was der wirklich über sie denkt. Tiodina liebt den Dichter Goldoni, soll aber den reichen Vega heiraten und will das unbedingt verhindern. Im Zentrum der amourösen Verwicklungen steht Diener Truffaldino, der sich mehreren Herren gleichzeitig verpflichtet hat, um sein Gehalt aufzubessern. Um die Figuren entspinnt sich ein verzwicktes Verwirrspiel, das nur Truffaldino durchschaut. Zum Spielplatz der Eitelkeiten wird die Bockenheimer Bühne – Liebe und Streit, Lüge und Leid, Fremd- und Selbsttäuschung bestimmen das bunte Treiben, bis am Ende doch alles gut wird. Leicht und locker, dennoch hintergründig kommt das Stück daher, das Ensemble offeriert Komödiantentum und Schmierentheater in voller Pracht, ein jeder kriegt sein Fett weg. Mit opulenten Kostümen, viel Schminke und noch mehr Hingabe bringt das Ensemble ein kurzweiliges Maskenspiel des Menschseins auf die Bühne, dessen Protagonisten zuweilen wie Karikaturen aus dem echten Leben erscheinen. (...) Durch den wahnwitzigen, überzogenen und doch irgendwie wahren Zweifrontenkrieg um Rivalitäten und Missverständnisse führt gekonnt Thorsten Morawietz als Truffaldino, der so treffend resümiert: „Die Menschen sind ziemlich dämlich zwar, aber irgendwie auch wunderbar.“ Wunderbar auch die Premiere, für die es überschwänglichen Applaus gab.
 

Strandgut // 06/2009 // Lorenz Gatt
"Alice im Wunderland"
(...) Von Theaterchef Thorsten Morawietz als Geh-Act im Grünen konzipiert, wird es als "Traumspiel und Nachtmahr", in einer "zauberhaften" Kinderversion und einer "surrealen" für Erwachsene, gegeben, was - unter uns - so viel Unterschied nicht macht. Drei Gruppen machen sich von jeweils einer Alice geführt auf den Weg: Und bevor sich jemand die Blöße gibt, die Zwischenzeile des Smokie Lieds zu intonieren, sei verraten, dass die unsere die wunderbare
Birte Sieling ist. Sie trägt ein hellblauweißes Schürzenkleid mit rotem Gurt und eine rote Schleife im blonden Haar. Ohne ihre rotweißen Ringelstrümpfe würde se auch als Schneewittchen durchgehen, so aber steckt ein Schuss Pipi Langstrumpf in diesem Springinsfeld. Die Kinder jedenfalls sind hin- und mitgerissen von Alice und folgen der Spur des weißen Hasen - die Eltern- und ältere Teile im immer mehr nachklappernden Schlepptau. Mach zu Papa! Schön ist es. Wir treffen all die wundersamen Phantasiefiguren von Lewis Carroll auf dem Parcours: die Grinsekatze, der Goggelmoggel, die Zwillinge Tweedeldee und Tweedeldum, die unendliche Teegesellschaft und viele mehr. Wir lösen, weil die Alice doch nur mit der richtigen Antwort weiterkommt, abstruse Rätsel - und manchmal auch nicht - , und wir verstricken uns bei diesem Gehirnjogging bis zum Kirre-werden in den Fallen der Logik. Um ein Haar hätte die böse Herzkönigin unsere Alice köpfen lassen, weil diese sich für normal erklärte in der verrückten Welt, also doch verrückt sein musste. Oder so. (...) Man soll indes ein Stück nicht an seinen schwachen persönlichen Stellen messen. Das tun schließlich weder die total faszinierten Kinder, noch die restlichen Erwachsenen. Sie erleben ein Ensemble in sprühenden Spiellaune, in dem neben Birte Sieling der famose Julian Koenig mit seinen Rollen als radebrechender Goggelmoggel und Herzkönigin die Highlights setzen. (...)


Frankfurter Rundschau // 4.5.2009 // Jamal Tuschick
"Alice im Wunderland"
(...)"Mir ist so seltsam zumute", sagt Alice vor ihrem Eintritt "in eine geheime Welt". Man erklärt ihr: "Die ganze Welt wird nur von dir geträumt". Nun folgt sie einem weißen Kaninchen "in das Reich hinter den Spiegeln". Regisseur und Chefdramatiker Thorsten Morawietz hoppelt im Hasenoutfit über eine Wiese. Der gemütlichen Verkleidung zum Trotz sieht er so aus, als wolle er gleich ein Schwert ziehen. Er scheint zum d'Artagnan geboren zu sein. Vielleicht ist das der tiefere Grund für die konsequenten Gegenwartsfluchten des Theaters. Die Alice meiner Gruppe heißt in Wirklichkeit Birte Sieling. Ein Türwächter stoppt sie und gibt ihr das erste Rätsel auf. Bekanntlich regt Lewis Carrolls Bestseller aus dem Jahr 1865 zur Hirnakrobatik an. Auch dem Tross werden Aufgaben gestellt, während Kobold, Feen, Herzbuben und Pikdamen ihr Wesen treiben. Dem Paradoxen und Phantasmagorischen bei Carroll wird hier ideenreich entsprochen. Zumal die Natur mitspielt. Alice widerfährt eine "Teestunde bis in die Unendlichkeit". Sie bewegt sich rückwärts in der Zeit auf einem Schachfeld, wo sie mit dem König, der so auch im richtigen Leben heißt, nämlich Julian König, Winkelzüge der Logik bespricht. (...)
 

Offenbache Post // 6.5.2009 // Astrid Bisemeier   
"Alice im Wunderland"
(...) Drei Alices führen drei Gruppen in kurzem Zeitabstand weg von einer abstrusen Geburtstagsparty und also hin zu Teegesellschaft, Grinsekatze, Goggelmoggel oder Königin. Die Alice der dritten Gruppe spielte die sich als etwas kindliche, neugierige, naseweise und unbekümmerte Göre gebende
Birte Sieling im blauweißen Kleidchen, rotweißen Strümpfen, mit blonden Haaren und einem roten Haarband. Das Publikum muss Gegenstände suchen, rechnen und Denkaufgaben lösen.Episoden und Figuren sind bei diesem, wie es im Untertitel heißt, „rätselvollen Theaterspaziergang durch Frankfurter Parks“ natürlich nicht so verwoben wie in der Vorlage von Lewis Carroll, sondern auf einzelne Stationen verteilt. Die Grinsekatze verbrät Themen wie George Clooneys Gewichtszunahme, und bei der Teegesellschaft probiert Alice all die schönen Versprechungen aus, die Abhilfe für so ziemlich jedes Problem versprechen. (...)